Was versteht man unter Lese-Rechtschreibschwäche?


Lese-Rechtschreibschwäche, abgekürzt LRS, ist die neuere Bezeichnung für Legasthenie.
In vielen Informationsschriften werden noch beide Begriffe gleichwertig benutzt. Wir machen hier auch keine Unterscheidung, da sich der Begriff LRS noch nicht überall durchgesetzt hat.
Wahrscheinlich gibt es so viele Erscheinungsformen von Legasthenie wie es Legastheniker gibt.
Es ist keine Krankheit und in den meisten Fällen intelligenzunabhängig.
Als Legastheniker bezeichnet man sowohl Kinder als auch Erwachsene, die überdurchschnittliche Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache als auch beim Lesen haben, obwohl sie über eine „normale“, oft auch über eine überdurchschnittliche Intelligenz verfügen!
Ganz allgemein könnte man auch sagen:
Lese-Rechtschreibschwäche ist die Problematik im Umgang mit geschriebener Sprache.
Anzeichen für eine entstehende Lese-Rechtschreibschwäche kann man bereits nach einigen Monaten des ersten Schuljahres erkennen.
Meist haben die Kinder Probleme, gesprochene Wörter in einzelne Laute zu zerlegen. Oft fällt ihnen schwer, beim Lesen die Buchstaben zu Wörtern zu verschmelzen.
Auffällig ist, dass die Zusammenhänge im gelesenen Text meist nicht verstanden worden sind. Auch können die Kinder die Wörter oft korrekt aussprechen und trotzdem falsch schreiben.
Leider lässt sich eine Rechtschreibstörung nicht durch eine bestimmte Art von Fehlern erkennen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Häufigkeit und die hohe Konstanz von Fehlern bei einer Rechtschreibschwäche charakteristisch ist.
Schauen Sie sich die Schulhefte Ihres Kindes an. Viele Hinweise sind bereits dort zu finden!
Nachfolgend sind einige Auffälligkeiten beschrieben, die richtungsweisend sein können!!

Die Schwierigkeiten sind

LRS102 nicht erziehungsbedingt
LRS102 nicht umweltbedingt
LRS102 nicht auf unzureichenden Schulunterricht zurückzuführen
LRS102 nicht auf Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung zurückzuführen

Wie können Sie eine Legasthenie bei Ihrem Kind erkennen?


Checkliste zur Lese- Rechtschreibschwäche
Folgende Auffälligkeiten können auftreten.

 

Stiftsymbol

Verwechslungen ähnlich aussehender Buchstaben im Wort wie
b und d,   p und q,   u und n
 

Stiftsymbol

Verwechslungen ähnlich klingender Laute, wie
e und i,   o und u,  d und t
 

Stiftsymbol

Vertauschen von Reihenfolgen innerhalb eines Wortes wie
Brike statt Birke
 

Stiftsymbol

Spiegelbildliches Schreiben von Buchstaben wie
Buchstabenspiegel
 

Stiftsymbol

Es werden nur Wortfragmente geschrieben
Hau Aut Poliz
 

Stiftsymbol

Buchstaben und Worte werden ausgelassen, verdreht oder durch willkürliche Hinzufügungen verändert.
 

Stiftsymbol

Es wird nur stockend gelesen, weil der Sinn nicht erfasst werden kann.
 

Stiftsymbol

Es wird ungenau betont

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Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text.

 

Wenn Sie mehrere der genannten Auffälligkeiten bei Ihrem Kind beobachtet haben, sollten Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass bei Ihrem Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche vorliegen kann.
Wir können eine entsprechende Diagnostik durchführen!

Einige mögliche Ursachen

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Bislang unerkannte Seh- und Hörschwächen

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Unregelmäßigkeiten bei der Blicksteuerung

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Phonologische Schwächen

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Schwierigkeiten bei der zeitlichen Verarbeitung  visueller und akustischer Reize

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Neurologische Ursachen, usw.

Diese Liste lässt sich fast beliebig verlängern. Die Ursachen können also sehr vielfältig sein und
sind nicht immer sofort und einfach erkennbar.
 
Nehmen Sie Ihr Kind ernst, zeigen Sie ihm, dass Sie seine Schwierigkeiten erkannt haben und nachvollziehen können. Dies sollte etwas von dem Druck nehmen, der auf Ihrem Kind lastet.
Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Behebung bzw. die Besserung des Problems nicht in einigen wenigen Wochen zu erwarten ist. In der Regel wird ein Betroffener ein Leben lang damit zu kämpfen haben.

Sie glauben, Ihr Kind ist betroffen?     -     So können Sie Ihrem Kind helfen!

Diese wichtige Erkenntnis sollten Sie beachten. Von Lese-Rechtschreibschwäche Betroffene brauchen eine spezielle Aufbereitung des Lernstoffes, damit dieser im Gehirn verankert wird.
Ohne entsprechende Aufbereitung des Stoffes mit unterstützenden Materialen und Methoden können die Schwierigkeiten von Ihrem Kind nicht nachhaltig überwunden werden!
 


Diese Punkte sollten Sie unbedingt beachten:
 

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Üben ist grundsätzlich richtig, aber Sie sollten Ihr Kind nicht überfordern!
 

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Diktate können nicht mit Diktaten geübt werden!
 

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Falsches Üben schadet eher als dass es nützt!
 

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Das Übungsmaterial muss unbedingt auf die Problematik Ihres Kindes abgestimmt sein!
 

Um optimale Hilfe leisten zu können, hat sich im Laufe der Jahre die Anwendung einer 3-Stufen-Planung in unserer Praxis außerordentlich bewährt.


1. Schritt - Ausführliche Beratung


Sie vereinbaren mit uns einen Termin zu einem Beratungsgespräch in unserer Praxis. Beratungsgrundlage sind die von Ihnen oder von der Schule beobachteten Auffälligkeiten Ihres Kindes.
 

 

2. Schritt - Umfangreiche Diagnostik (Ursachensuche)


Wenn sich im Verlauf der Beratung der Verdacht herausstellen sollte, dass Ihr Kind betroffen sein könnte, schlagen wir Ihnen in aller Regel vor, eine individuelle abklärende Diagnostik, die auch eine medizinisch organische Abklärung beinhaltet, mit Ihrem Kind durchzuführen. Im Verlaufe dieser Diagnostik werden die im Beratungsgespräch angesprochenen Auffälligkeiten dahingehend untersucht, ob diese der Grund für die Probleme beim Lesen und Schreiben sein können.
Im Vordergrund steht dabei vor allem die Ursachenerkennung!

  • Die Ergebnisse der Diagnostik werden von uns in einem Bericht zusammengefasst, in dem Sie in aller Ruhe die Ursachen der Auffälligkeiten nachlesen können.
     
  • In einem abschließenden Beratungsgespräch erläutern wir Ihnen die Ergebnisse und machen Ihnen konkrete Vorschläge zur Therapie Ihres Kindes.
     
  • Bei erkannter Lese-Rechtschreibschwäche wird dies meist ein therapeutischer Förderplan mit individuellem Förderunterricht sein, den wir Ihnen für Ihr Kind vorschlagen.
     

3. Schritt - Die Therapie bei (LRS) = Legasthenie ist individueller Förderunterricht

 

Zeigt ein Kind in der Diagnostik im Sinne einer Legasthenie erhebliche Schwierigkeiten im Bereich Lesen und Schreiben, so ist hier eine spezielle Förderung notwendig, die über eine „normale Nachhilfe“ weit hinausgeht und mit dieser nicht zu vergleichen ist.

 

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Ausgehend von den individuellen Schwierigkeiten des Kindes, die meist in der visuellen oder auditiven Wahrnehmung liegen, wird zunächst eine therapeutische Förderung zur Verbesserung der Voraussetzungen bzw. Behebung der Ursachen durchgeführt.

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Dies ist unbedingt notwenig, da nur dadurch eine weitere Förderung im Schreiben und Lesen erfolgreich sein kann.
So nützt es beispielsweise nicht viel, mit einem Kind ständig Diktate zu üben, wenn das Kind eine Störung im auditiven Kurzzeitgedächtnis hat und sich den Text nicht entsprechend merken kann.

 

 

 

 

 

Anders als bei der Behandlung der Rechenschwäche, gibt es für Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche verschiedene Förderverfahren.
Welche Behandlungsmöglichkeit allerdings für welches Kind geeignet ist, hängt auch hier von der individuellen Problematik des Kindes ab. Dazu ist eine, wie bereits oben beschriebene umfangreiche Diagnostik unumgänglich.
„Falsches“ Üben schadet hier zwar nicht unbedingt, kann beim Kind aber zu zahlreichen Frusterlebnissen führen!

 

 

 

Wir wenden dabei die neuesten Erkenntnissen und Methoden der Pädagogik und Lernbiologie unter Einbeziehung naturheilkundlicher Aspekte an.
Durch die therapeutische Arbeit an den Ursachen, ist es möglich einen dauerhaften Erfolg für die Zukunft zu sichern!
Weiterhin werden Ihnen Lern- und Übungsvorschläge unterbreitet, mit denen Sie Ihr Kind auch zu Hause fördern können.
Selbstverständlich beraten wir Sie umfassend hinsichtlich der Kosten, sowie Kostenübernahmen durch die entsprechenden möglichen Kostenträger.